Artikel aus 'ME Sounds' Ausgabe 08/1996 Zehn Jahre lang waren die Songs von Crowded House ein guter Grund, wenigstens ab und zu mal dem reingeweichten Format-Radio Gehör zu
schenken. Ging eine ihrer schimmernden Pop-Perlen über den Äther, war der Tag gerettet, selbst wenn es in Strömen regnete, der Lieblingsfußballverein wieder einmal verloren hatte und die Liebste mit irgendeinem Fuzzy abgehauen war.
Die Band aus Neuseelang hatte die Gabe, die Kraft der
Sechziger-Jahre-Pop-Singles wieder zum Leben zu erwecken. Hinreißende Melodien, schwelgerische Hamonien, schlichte aber wirkungsvolle Instrumentierung, intelligente Texte: Mastermind Neil Finn flossen betörende Meisterwerke nur so aus der Feder. "Weather With You", "Don't Dream It's Over", "Private Paradise" und
all die anderen sanften Sahnestückchen sind nun auf Recurring Dream versammelt, dem Vermächtnis von Crowded House, die sich vor kurzem aufgelöst haben. Letzteres ist schade. Aber angesichts der Hoffnung, daß Herr Finn weiterhin solch wunderbaren Wohlklang verbreitet, mag sich Abschiedsschmerz nicht so recht einstellen. Das private Universum von Crowded House jedenfalls vereinte von den Beatles bis zu Billy Joel die besten Momente pastellfarbener
Pop-Poesie. Daß die charmanten Chartsstürmer auch auf der Bühne funktionierten, zeigt die der ersten Auflage beigelegte Live-CD. Peter Felkel - 5 von 6 Sternen. |