Stage Secrets
14 brilliant practitioners of the art share some of the lessons of live performance THE ALCHEMISTS: CROWDED HOUSE
'You can't have the audience leaning back'
Your have to get off the script, Neil Finn believes, to let the feeling of the night come through The secret of live performance is being at ease with the idea that that night is not defined for you - in any way - when you walk out on stage. You've got a set list, but you've got to allow that room for getting off the script, to let the feeling of the night come through. Otherwise you lose the spirit of what makes live music special. Every city is different and every night is different. Some
Saturdays you feel that the crowd just want to dance; some Sundays there's the inclination to let something hymn-like come through. But you really can't plan for these things. A gig is all about sensing what the audience wants. Having the audience sing along is very important for us - it's become as
essential to our shows as getting the guitars rigged up properly. And they're the most tuneful audience in the world - they can sing in two, three, four-part harmonies - it blows us away. You can't have the audience leaning back - you've got to make them lean in. Sometimes you do it with stage patter. Sometimes with a real bit of jamming. Sometimes it's simply about listening to the crowd and responding. We're happy to take requests if audience
members get the timing right. It gets tough in Scotland because the accents are hard for us - they're from the top of the world and we're from the bottom. We used to have this tradition of leaving pieces of paper on people's chairs. They'd write songs they wanted to hear on them, make paper aeroplanes, and send their requests up to the stage. The great thing about live music today is that people don't care if tours are related to an album or to press coverage. There's just this phenomenal desire among people to connect with a band live, which is liberating music outside the mainstream media campaigns. The music is allowed to take its own course, to travel all by itself. That's healthy for everyone. The best live acts I've seen are Talking Heads, Neil Young and Devo. The theatre of Talking Heads live was incredible. I'll never forget watching David Byrne coming out with his blaster box and doing Psycho Killer alone - the attention to detail, and the drama was priceless. Neil Young is a great solo performer because he's a
great talker too, thoughtful and funny. I saw Devo in Dublin a few months ago. I sang along and danced all night. They played really well, they were funny and they looked like they were enjoying themselves. The also looked like men who were in the depths of middle age and weren't afraid of it all. It was an absolute joy. It was a validation of what we're trying to do too, and we're having a ball. Arndt Günther: Konzertbericht vom 7.10.2007 in Berlin, Universal Hall
Mit Google Earth kann man sich den Ort des Geschehens schon mal ins Wohnzimmer zoomen. Also tat ich das und mietete mich im
nahe gelegenen "Hotel Les Nations" ein. Am geschichtsträchtigen 7.Oktober setzte ich mich dann ins Auto und rollte gen Berlin. Nach Check-In im Hotel dann schon im Eingang desselben die ersten Klänge vom Soundcheck um die Ecke. Also nix wie hin und vielleicht dieBand schon mal visuell erhaschen. Zwei Autogrammjäger standen da und warteten ebenfalls. Sie gaben zwar zu, die Band eher weniger zu kennen, aber dafür hatten sie
haufenweise Großformat-Fotos dabei. Etwa eine Stunde vor Einlaß füllte sich dann der Gehweg vor dem Eingang mit etwa einem Dutzend Fans und ich erinnerte mich an die Farewell-DVD. Da war mir klar, daß es heute "kuscheliger" werden würde. Mit drei der Fans aus Berlin und Köln kam ich ins Gespräch und so verging die Zeit bis zum Einlass wie im Flug. Plötzlich standen wir vor der Bühne und musterten erst mal die Universal Hall von innen. Bis kurz vor Konzertbeginn füllte sich diese auch gut und die Party konnte beginnen. Seitlich des Konzertraumes ging es durch ein paar Stufen zu einem erhöhten Nebenraum, der aber nicht visuell vom Konzertraum getrennt war, so daß man von der sich ebenfalls dort befindlichen langen Theke auch das Konzert anhören und
ansehen konnte. Von dort ging es dann über eine Pendeltür zu den im Keller befindlichen Toiletten und wahrscheinlich auch zum Backstage-Bereich. Da ich einen Anruf bekam, ging ich also durch diese Tür in Richtung Toiletten und stand im Bereich der Treppe, als Neil mit Bodyguard (oder Techniker???) die Treppe abwärts zu den Toiletten ging. Das war der erste Live-Auftritt dieses genialen Musikers in Lebensgröße für mich. Mein Telefonpartner erlebte mich in diesem
Moment sprachlos und faselte dann auf meine Erklärung: "Ich kenne nur die Kastelruther Spatzen". Der Support "Cherry Ghost" begann pünktlich, ohne große Kommentare und machte sein Ding. Ich habe meinen Platz an der Bühne nach ein paar Minuten freimachen müssen, weil der Main-Volumepegel für meine Begriffe viel zu laut abgemixt wurde. Da ich selbst Musiker bin, weiß ich, daß man den Support oft stiefmütterlich behandelt. Die Technik
-Crew von Crowded House machte da keine Ausnahme.
Kurze Umbau-Pause, etwa 30 Minuten.
Dann folgte 2 Stunden geile Musik pur. Das Line-Up könnte ich auftreiben. Vielleicht findet man es aber schon im www. Das (verehrte) Publikum hat keinen Song ausgelassen und die Backings übernommen. Tolle Stimmung, neben mir stand ein Holländer (-kein fliegender!-) oder Brite und tanzte und sang aus voller Kehle. Übrigens hatte ich den Eindruck, daß CH-Fans sehr musikalisch
sind. Den Kern des Konzerts bilden Stimmungen und Gefühle, welche man im Herzen behält und sich gern daran erinnert. Jeder, der bei irgend einem CH-Konzert dabei war und die Band liebt, kennt das Flair. Neils Dialoge mit den anderen Musikern, die Witze, das Einbeziehen des Publikums etc. Die Lichteffekte waren vielleicht ein wenig spartanisch, aber der
Sound war dafür fast perfekt. Neil hat sich mal kurz am E-Piano verspielt, aber das tue ich auch manchmal *g*
Nach den 2 Zugaben wollte das Security-Personal gegen 23 Uhr möglichst schnell wieder alle auf dem Gehweg an der Straße sehen. Also standen noch etwa ein Dutzend Fans bis nach Mitternacht dort herum, während die Crew schon den Truck mit der PA verlud. Dann ging's Schlag auf Schlag. Alle Crowdies standen plötzlich auf
dem Hof bei den Bussen, das Tor war offen und die Security ließ gewähren. Autogramme, Fotos und Unterhaltung. Neil hatte sogar noch Kraft für eine Runde Frisbee mit "wer weiß wem". Als alles gesagt und unterschrieben war, ging's ins Hotel. Aber richtig geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht. |