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Länger noch als sein Bruder Neil, der inzwischen auf 25 Jahre im professionellen Musikgeschäft zurückblicken kann, ist Tim im Geschäft (seit 1972). Seine ersten Schritte bis 1983 findet Ihr unter Split Enz, etwas zu ihm unter Personae.
1983 war Tim der Enzerei müde - er war gerade frisch verliebt in Greta Scacchi, die er auf dem Dreh des Films The
Coca Cola Kid kennengelernt hatte. Tim hatte eine kleine Rolle als Musiker und Komponist in diesem Film, der neben Scacchi auch Eric Roberts aufzuwarten hatte.
Dieser re-edit fügt einzelne Szenen des Films zusammen mit der vollständigen Jingle-Szene aus dem Film. Eric
Roberts Charakter hatte Tims Band um ein “Jingle mit australischem Sound” gebeten; dies ist das (erstaunlich gute) Ergebnis -- habe mich immer gewundert, warum das Ding kein echter Jingle wurde. Kudos auch an Darryl347 für diesen Cut!
Bald darauf zog er sich zusammen mit Ricky Fataar in die Periscope Studios in Melbourne zurück und nahm sein
erstes Soloalbum Escapade auf.
ESCAPADE (1983)
Der erste Song wurde gleich ein Hit quer über den Globus, gerade in Ländern, die Tims Arbeit mit Split Enz nicht kannten: »Fraction Too Much Friction«, ein Song, den er später mit leicht verzogenem Gesicht als »white man’s reggae« abkanzelte. Bis heute ist »Fraction...« der erfolgreichste Finn-Song in Deutschland (Platz 2 der Media Control Charts Anfang Feb. 1984). Das Album ist eher leichtgängig, der Produktionsstil sehr »80er«.
Fraction Too Much Friction / Staring At The Embers / Through The Years / Not For Nothing / In A Minor Key / Made My Day / Wait And See / Below The Belt / I Only Want To Know / Growing Pains
BIG CANOE (1987)
Tims zweites Album entstand in enger Zusammenarbeit mit Tom Brock, einem
Poeten und Songschreiber. Tims Songs hatten einen stark synthetischen Sound, der oft an Schnell Fenster, die Band von Phil Judd nach Split Enz, erinnerte. Einige Songs haben Klassikerstatus, insbesondere das melancholische Carve You In Marble und das dynamische Hyacinth, aber es gibt auch einige Pflaumen darunter. »Big Canoe« war weitaus weniger erfolgreich als »Escapade«, was Tim gerade deswegen schmerzte, weil das zeitgleich erschienene Debutalbum der Band seines jüngeren Bruders Neil (Crowded House) zwei kapitale Hits abwarf.
Spiritual Hunger / Don't Bury My Heart / Timmy / So Deep / No Thunder No
Fire No Rain / Searching The Streets / Carve You In Marble / Water Into Wine / Hyacinth / Big Canoe / Hole In My Heart / Are We One Or Are We Two
TIM FINN (1989)
Das dritte Album bedeutete einen erneuten Labelwechsel, diesmal zu EMI/Capitol. Das von vielen Fans als das organischste und beste der Soloalben gefeierte Werk behandelt Tims Zustand während der langen
Beziehungsauflösung von Greta Scacchi in schmerzhaften Songs wie »Not Even Close« oder »How’m I Gonna Sleep«. Von Mitchell Froom produziert, klingt das Album um einiges mehr nach Crowded House.
Trotz des neuen Labels lief es mit der Karriere Tims nicht so toll. Als im Winter
‘89 Tim und Neil zusammen in einigen Wochen 14 Songs schrieben und beide mit dem Ergebnis sehr zufrieden waren, lag es nahe, daß Tim diesmal der Band seines jüngeren Bruders beitreten würde. Ein Großteil der Murchison Street-Session war dann zwei Jahre später auf Woodface zu hören. Die
beiden Singles »Show A Little Mercy« und »How’m I Gonna Sleep« gab Tim dann bei MTV Unplugged und auf der Woodface Tour oft zum Besten.
Young Mountain / Not Even Close / How'm I Gonna Sleep / Parihaka / Tears Inside / Birds Swim Fish Fly / Suicide On Downing Street / Show A Little Mercy / Crescendo / Been There Done That
BEFORE & AFTER (1993)
Das vierte Album ist ein Konglomerat aus verschiedenen Stilen mit dem
Ergebnis, daß je nach persönlichem Geschmack vollkommen unterschiedliche Songs den größten Eindruck hinterlassen. Mit »Strangeness And Charm« und »In Love With It All« wurden zwei weitere Songs der ersten Finn-Brothers Session professionell aufgearbeitet. Capitol startete dieses Album mit verstärktem Einsatz in der Werbung, erzielte aber nicht die gewünschten Umsatzzahlen. Der Mißerfolg stürzte Tim in eine Schaffenskrise, die nur durch die Arbeit mit ALT und der Duoplatte FINN aufgefangen wurde. Bis heute gerne gesungen und im Radio gespielt: Tims Duett mit Richard Thompson, »Persuasion«.
Hit The Ground Running / Protected / In Love With It All / Persuasion / Many's The Time (In Dublin) / Funny Way / Can't Do Both / In Your Sway / Strangeness And Charm / Always Never Now / Walk You Home / I Found It
SAY IT IS SO (1999)
Mit neuer Energie und frischen Songs meldete sich Tim 1999 (in den USA und Deutschland erst 2000) zurück. Zusammen mit dem Produzenten Jay Joyce nahm Tim frische und straighte Popsongs auf, die allen Staub wegpusten!
Anspieltips: das gutgelaunte »Underwater Mountain« und das hypnotische »Roadtrip«.
CD erschien über Periscope Records, später dann im EMI-Vertrieb auch in Deutschland. Dazu gab Tim ein Interview dem Magazin inmusic.
Underwater Mountain / Shiver / Good Together / Roadtrip / Currents / Need To Be Right / Twinkle / Big Wave Rider / Death Of A Popular Song / Some Dumb Reason / Rest
FEEDING THE GODS (2001/2002)
Ebenfalls erst »stückelesweise« erschien die sechste Solo-CD mit pinkfarbenem Cover zuerst 2001 in Neuseeland. Mit fast einjähriger Verzögerung im Oktober 2002 brachte EMI mit neuem Artwork und umgebauter Songreihenfolge die Scheibe auch für den Rest der Welt heraus.
Meine Herren, jetzt kracht’s aber! Tim klingt deutlich aggressiver und »rockiger« als auf Say It Is So - das hat schon Indie-Rock-Format! Die Platte kam sehr gut an und verkauft sich anscheinend ordentlich, auch wenn es sie hier bisher nur als Import gibt.
Songline / You’ll Never Know / What You’ve Done / Sawdust & Splinters / Party Was You / Incognito In California / Say It Is So / Subway Dreaming / Dead Man / Waiting For Your Moment / Commonplace
IMAGINARY KINGDOM (2006)
Rückkehr zur alten Plattenfirma EMI, Rückkehr zu weniger “independent” klingender
Musik. “Imaginary Kingdom” ist melodischer, poppiger als der Vorgänger. Enthlaten neben der Single »Couldn’t Be Done« ist auch der Song aus den Chroniken von Narnia. Die Single kann man probehören auf Tims myspace - Seite - aber auch die offizielle Tim - Website wurde neu aufbereitet (warum nur?) - die EMI Presseinfo ist im großen Finn-Forum auf deutsch nachzulesen.
Couldn't Be Done / Still The Song / Astounding Moon / Midnight Coma / Salt To The Sea / Horizon / Dead Flowers / Resting / Show Yourself / Winter Light / So Precious / Unsinkable
In der epischen (Neu-)Verfilmung der C.S.-Lewis-Saga findet sich auch
ein Titel von Tim. »Winter Light« wurde für den Film geschrieben und kann auf der Langfassung des Soundtracks gehört werden. Auf soundtrack.net findet sich ein Tonsample, das man mit dem Quicktime-Plugin anhören kann.